Internationaler Frauentag 2010 – Aufruf der DKP

Von Redaktion, 5. März 2010 11:00

Von der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen wurde auf Antrag der Frauenrechtlerinnen und Kommunistinnen Clara Zetkin und Käthe Duncker von ca. 100 Frauen aus 17 Ländern der Internationale Frauentag als Kampftag für die Rechte der Frauen in aller Welt beschlossen. Erstmalig wurden in verschiedenen Ländern Aktionen am Internationalen Frauentag im März 1911 durchgeführt.

Die Frauen traten u.a.

  • gegen den imperialistischen Krieg
  • für Arbeitsschutzgesetze
  • ein Wahl- und Stimmrecht der Frauen
  • für gleichern Lohn bei gleicher Arbeitsleistung
  • für den der Achtstundentag
  • für ausreichenden Mutter- und Kinderschutz
  • für die Festsetzung von Mindestlöhnen ein.

Eine von Ausbeutung, Kriegsdrohung und Kriegen freie Gesellschaft, in der Frauen wirtschaftlich und psychisch vom Mann unabhängig, selbstbestimmt leben, die gemeinsamen gesellschaftlichen Angelegenheiten gleichberechtigt mitbestimmen und entscheiden können war der Zukunftstaum der kämpfenden Frauen. Durch einen Internationalen Frauentag sollte darauf hingewiesen werden, dass für diese Forderungen weltweit gekämpft wird.

Ohne Zweifel haben wir einiges erreicht in den vergangenen 100 Jahren. Doch für das Ziel einer vollen gleichberechtigten Teilhabe und Mitgestaltung der Gesellschaft muss noch viel getan werden. Nicht nur die ökonomischen, sondern jegliche Unterdrückungsverhältnisse gilt es zu überwinden, seien sie ethnisch, religiös oder geschlechtlich begründet.

Für die Menschenrechte einzutreten kann nur heißen, nicht mehr die Rechte der Frauen in Frage zu stellen und sie mit Füßen zu treten.
Der Handel mit Frauen auf der ganzen Welt als billige Arbeitskräfte, Katalogbräute und Zwangsprostituierte, die sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen, die Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts von Frauen über ihren Körper gehören unter anderen zu den Unterdrückungsmaßnahmen, die gegen die Rechte der Frauen und Menschenrechte verstoßen.

Die nächste Weltfrauenkonferenz vom 4. – 8. März 2011 in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, unterstreicht den internationalen Charakter des Frauentages. Sie zeigt aber auch die Notwendigkeit im hundertsten Jahr des Internationalen Frauentages weiter für die Forderungen und Rechte einzutreten.

Die gesetzliche Verankerung der Gleichberechtigung der Frau im Grundgesetz der BRD ist nur ein kleiner Schritt in Richtung allgemeiner Gleichstellung. Doch die Auseinandersetzung für das Ziel einer Gleichberechtigung ist tägliche Realität.Wurde noch im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Bezahlung der Frauen um 22 % geringer ausfällt, als die ihrer männlichen Kollegen, sind wir in 2010 bereits bei 23 % weniger Lohn und Gehalt gelandet. Grund genug aufzurufen, sich an den Aktionen des Equal Pay Day, der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, zu beteiligen. Der nächste Equal Pay Day findet am Freitag, den 26. März 2010 statt.

Aber es geht nicht nur um die gleiche Bezahlung: Frauen kämpfen für gute und sichere Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Eindrucksvoll haben dies in 2009 die ErzieherInnen bewiesen, die auch für bessere Arbeitsbedingungen streikten. Belegschaften, insbesondere in den großen Kaufhäusern und Ladenketten, zeigten ihre Kampfbereitschaft und demonstrierten mitWarnstreiks und Streiks für ihre Rechte. In diesen Kämpfen waren die Frauen ein großer und wichtiger Teil der gewerkschaftlich organisierten Streiks.

Die weltweite Krise wird genutzt um Arbeiter- und Arbeiterinnenrechte immer weiter abzubauen. Die Armut nimmt massiv zu. Vor allem Frauen und Kinder sind betroffen. Die Lohnstandards werden nicht, wie gefordert, nach oben angeglichen, sondern in dem Maße wie generell der Lohnabbau zunimmt, sinken auch weiter die Löhne der Frauen.
Frauen und Mädchen sollten sich auch und gerade in der Zeit des Sozial- und Demokratieabbaus auf ihre Kraft besinnen. Zeigen wir gemeinsam und geschlossen, dass wir ein Zurückdrängen unserer Rechte nicht hinnehmen.

Deshalb ist es wichtig

  • bei den anstehenden Betriebsratswahlen Frauen aufzustellen und zu wählen
  • das Frauen und Mädchen in sozialen und demokratischen Initiativen und Bewegungen aktiv sind
  • sich in den Gewerkschaften zu organisieren und mitzuarbeiten
  • in SchülerInnen- und StudentInnenbewegungen mitzuwirken

Überall dort,wo Menschen in Bewegung sind und sich gegen den Abbau der Rechte wehren, für eine andere Gesellschaft eintreten, sind auch die Frauen aktiv dabei.

Unser Ziel muss es sein, nicht nur dem Abbau erkämpfter Rechte Einhalt zu gebieten, sondern gleiche Bedingungen und Rechte für Frauen und Mädchen zu schaffen.

Und wir wollen nicht nur ein gutes Leben für uns selber.Wir finden uns mit dem Wohlergehen der Einen aufgrund der schlechten Lage der Anderen nicht ab.

Die DKP will das bestehende Gesellschaftssystem überwinden.Wir streben eine neue und sozialistische Gesellschaft an, in der die Rechte und die Gleichstellung der Frauen verwirklicht sind.

Der Kapitalismus hat den Frauen die Gleichstellung und die Befreiung von Diskriminierung verwehrt und ihre Lebenssituation weiter verschärft. Diskriminierungen wie weniger Lohn, ungeschützte Arbeitsverhältnisse, Verdrängungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt, Gewalt und Sexismus sind Beispiele hierfür.

Wir treten für das Recht aller Menschen auf ein gutes Leben in Würde, auf Freiheit von Unterdrückung und Bevormundung ein.

Dafür wünschen wir Mut, Entschlossenheit und Kraft!

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